Mikis Theodorakis Archiv

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit unserem Partner Asteris Koutoulas

Ich bin im Grunde genommen ein “deutscher Komponist”, geboren im Mittelmeerraum, und
ein kretischer Liedermacher, der in Paris gelebt hat. (Mikis Theodorakis)
Photo ©by Privatier/Asti Music

Das Projekt
Das Theodorakis-Archiv von Asteris Kutulas soll der Öffentlichkeit und
insbesondere einem kompetenten Fachpublikum zugänglich gemacht
werden. Das bedeutet die Übergabe dieses bis jetzt noch privaten Fundus’ an
eine öffentliche Institution. Das bedeutet – im Rahmen des Projekts
„Theodorakis-Archiv in Deutschland“ – zugleich aber auch die Transkription
einer Vielzahl von (durch Asteris Kutulas) aufgezeichneten Gesprächen und
Interviews mit Theodorakis und deren Übersetzung ins Deutsche sowie die
Digitalisierung hunderter Stunden von Filmmaterial.
Art und Umfang des Archivs
Das Archiv beinhaltet visuelle und akustische Medien, Texte/Bücher, Material
zum Werkschaffen, Dokumente zur Persönlichkeit, Rezensionen, Plakate etc.
mit dem Schwerpunkt “Mikis Theodorakis & Deutschland”.
Das gesamte im Archiv vorhandene Material wurde von A. Kutulas zwischen
1980 bis 2018 zusammengetragen bzw. generiert. Vorhanden sind im Archiv
sowohl Text- und Musik-Veröffentlichungen, als auch Aufzeichnungen von
Konzerten und Events (schwerpunktmäßig ehemalige DDR und
Bundesrepublik vor und nach dem Mauerfall). Diese dokumentieren zum
weitaus größten Teil das Wirken des griechischen Komponisten Mikis
Theodorakis in Deutschland. Das betrifft vor allem das verschriftete Material
und einen Großteil der Videoaufzeichnungen.
Das Archivmaterial:
diverse Noten (Druckausgaben und Handschriften)
ca. 30 Bücher
ca. 150 LPs
ca. 200 CDs
ca. 40 Programmhefte
ca. 30 Plakate
ca. 1.000 Fotos
ca. 300 Rezensionen, Besprechungen, Kritiken etc. aus deutschen Medien
diverse „verstreute“ Texte von Theodorakis, veröffentlicht in verschiedenen
Medien
ca. 100 Stunden Interviews und Gespräche (audio)
ca. 50 Stunden Interviews und Gespräche (Film / Video)
ca. 400 Stunden Videomaterial (Konzerte, Proben, Privates etc.)

Das hier beschriebene Material entstand in einem Zeitraum von fast 40 Jahren
aufgrund der sehr engen, hochintensiven Zusammenarbeit und
freundschaftlichen Beziehung zwischen Mikis Theodorakis und Asteris Kutulas.
Es erlaubt den forschenden, intensiven und detaillierten Blick auf einen
„musikalischen Anarchisten“, auf ein Unikum der europäischen Musikszene,
auf einen Künstler, der nicht nur als junger sinfonischer Komponist zahlreiche
und bedeutende Preise verliehen bekam (z.B. von Schostakowitsch, Hans
Eisler, Casals, Milhaud u.a.), sondern der als Liedkomponist Melodien schrieb,
die bereits in der 3. Generation von Musikern aus der ganzen Welt
aufgenommen, entdeckt, gecovert und weiterverbreitet werden.
Theodorakis als unikales, musikhistorisches Phänomen – ein moderner
griechischer Mozart, dessen Musik seit Jahrzehnten ausstrahlt und immer
wieder entdeckt wird.

Die Perspektive
Auf der Basis dieses Archivmaterials lassen sich sehr interessante und
vielseitige Veröffentlichungen in Form von Artikeln, Büchern, Blog-Beiträgen
etc. realisieren, und das Material ist ebenso als Grundlage für die
wissenschaftliche Forschung zum Theodorakis-Werk bzw. zu Theodorakis’
Leben zu nutzen.
Eine anerkannte öffentliche Institution in Deutschland hätte mit der Aufnahme
dieses Archivs in ihre Bibliothek auch die Möglichkeit der zukünftigen
Erweiterung des Theodorakis-Fundus’, indem sie über diesen Fundus informiert
und dazu einlädt, weiteres – deutschland- und weltweit vorhandenes –
Material zu Theodorakis an dieses Archiv zu übergeben und damit den Fundus
immer umfangreicher, vielseitiger und interessanter werden zu lassen.
Mit der Übergabe des privaten Theodorakis-Archivs von Asteris Kutulas z.B. an
eine öffentliche Bibliothek würde nicht nur dem Anliegen entsprochen,
Theodorakis’ Werk und Lebensgeschichte einer weitaus größeren Zahl von
Interessierten zugänglich zu machen, sondern diese Bibliothek würde über
einen besonderen Vorrat verfügen, der eine Rarität darstellt, weil sie hohen
Seltenheitswert hat. Der Bibliothek eröffnen sich damit verschiedene
Publikations- und “Vermarktungs”-Möglichkeiten, die international relevant
sein können.
Ein besonderes Theodorakis-Archiv in Berlin
Der in Berlin und Athen lebende Theodorakis-Experte Asteris Kutulas (geb.
1960, Autor, Übersetzer, Filmemacher, Produzent) hat im Laufe von 40 Jahren
zahlreiche Materialien zusammengetragen, die sich auf das umfangreiche
Werkschaffen von Mikis Theodorakis, dessen Leben und dessen Persönlichkeit
beziehen. So entstand ein einzigartiges Archiv.
Einen großen Teil des Archivs machen Gespräche und Interviews aus, die
Asteris Kutulas mit Mikis Theodorakis führte und in denen vor allem
musikästhetische und musikgeschichtliche Fragestellungen, aber auch –
allerdings in geringerem Umfang – biographische und politische Inhalte
abgehandelt werden.
Das bislang private Theodorakis-Archiv wurde mehr als drei Jahrzehnte von
Asteris Kutulas intensiv genutzt, um zahlreiche Projekte zu realisieren, u.a. für
Buch- und Notenprojekte bei Schott, Suhrkamp, Reclam sowie Breitkopf &
Hertel, aber auch für mehr als 30 CD-Ausgaben mit Kammermusik, Sinfonik
und Opern.
Theodorakis’ Werk und Leben ist unikal und für aus unterschiedlichen Gründen
daran Interessierte relevant. Einerseits für Dokumentation, Forschung und
Aufarbeitung, andererseits aber auch, um das musikalische Material
kennenzulernen und sich von dort Anregungen für aktuelle Vorhaben zu
holen. Immer wieder entdecken Künstler die Musik von Theodorakis für sich
und interpretieren sie in ihrer Zeit, auf ihre Art und Weise. Verschiedenste
Projekte wurden auch im letzten Jahrzehnt bzw. Jahrfünft realisiert, was
deutlich macht, wie inspirierend Theodorakis’ Musik nach wie vor selbst für
sehr junge Musikschaffende und Musiker ist.

Mikis Theodorakis – Ein einzigartiger Komponist
Mikis Theodorakis ist der weltweit bekannteste griechische Komponist und
zugleich ein hochinteressanter Zeitzeuge, der fast 100 Jahre europäische und
Weltgeschichte miterlebte.
Der überaus produktive und engagierte Künstler schuf nicht nur ein äußerst
umfangreiches musikalisches Gesamtwerk, sondern er war immer auch ein
überaus produktiver Autor. Theodorakis schrieb neben seinen fast 1.000
Liedern und etwa 120 größeren Kompositionen auch zahlreiche Bücher
(musiktheoretische Schriften, literarische Werke, Lyrik), und er verfasste
außerdem eine Vielzahl von Reden, Statements, Artikel etc.).
Internationale Bekanntheit und Anerkennung gewann er nicht zuletzt durch
seine ausgedehnte und intensive Konzert- und Tourneetätigkeit, die
Jahrzehnte währte. In dieser Zeit war Theodorakis auch als Dirigent seiner
Sinfonien, Oratorien und Opern sowie als Interpret seiner Lieder aktiv. Sein
Charisma machte ihn für zahllose Menschen in der ganzen Welt bis heute
unvergessen. Seine Musik erreichte ein Millionenpublikum und ist nach wie vor
für diejenigen, die sie für sich entdeckten, Teil ihres Lebens.
Inzwischen hochbetagt, gehört der 1925 geborene Theodorakis zu den wohl
produktivsten, spannendsten und engagiertesten
Komponistenpersönlichkeiten des 20. / 21. Jahrhunderts.
Theodorakis und Deutschland
Theodorakis’ Beziehung zu Deutschland ist eine intensive, lebendige und auch
sehr leidenschaftliche. Über sich selbst sagt er scherzhaft: “Ich bin ein
“deutscher Komponist”, geboren im Mittelmeerraum” … Die Lyrik deutscher
Poeten, die Philosophie von Arthur Schopenhauer, die Lieder von Schubert
begleiteten ihn schon in der Kindheit und als schwärmerischen Jugendlichen,
der bereits dichtete, musizierte und Musik schrieb. Ein deutscher Musikfilm, den
der junge Theodorakis 1943 in Tripolis in einem Freiluftkino sah, löste in ihm
einen euphorischen Schock aus, so dass er an diesem Tag beschloss, nicht
Poet, sondern Komponist zu werden. Das Werk: Die 9. Sinfonie von Beethoven.
Durch sein antidiktatorisches Engagement, das sich in einer hochintensiven
Tourneetätigkeit äußerte, hatte Theodorakis auch im deutschsprachigen
Raum zahllose begeisterte Fans. Für Joseph Beuys war Theodorakis ein
Phänomen, er folgte dem griechischen Komponisten zu etlichen seiner
Konzerte.
2018 wurde Mikis Theodorakis die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg
verliehen. Vorausgegangen waren bereits zahlreichen Ehrungen und
Würdigungen seines Werks im deutschsprachigen Raum.
Zum Inhaber des Archivs, Asteris Kutulas
Asteris Kutulas studierte Germanistik und Philosophiegeschichte an der
Universität Leipzig. Er lernte Mikis Theodorakis 1980 bei dessen erstem
Aufenthalt in der DDR kennen. Seitdem verbindet Asteris Kutulas mit Mikis
Theodorakis eine intensive Arbeitsbeziehung und Freundschaft. Die
Zusammenarbeit erstreckte sich in den 80er Jahren auf die Produktion großer
sinfonischer Werke von Theodorakis sowie auf die Herausgabe
musiktheoretischer und biographischer Schriften in Deutschland.
1982 erschien in der Zeitschrift „Sinn und Form“ der Akademie der Künste
(Ostberlin) der von Kutulas übersetzte und kommentierte Artikel „Startum und
Snobismus – Tod der Musik“, der 1956 entstand und Theodorakis’
Auseinandersetzung mit den damals modernen Strömungen der Musik
beinhaltete, geschrieben zu einer Zeit, als Theodorakis in Paris sein
Zusatzstudium (Komposition) bei Olivier Messiaen absolvierte.
1985 publizierte der Luxemburger „Editions Phi“ Theodorakis’ musikästhetisches
Hauptwerk „Anatomie der Musik“. 1986 kam der Band „Meine Stellung in der
Musikszene“ sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik heraus, der
musiktheoretische und musikgeschichtliche Schriften von Theodorakis aus den
Jahren 1951 bis 1982 beinhaltete. Diesen Band übersetzte Asteris Kutulas und
gab ihn zusammen mit dem Dresdner Musikwissenschaftler Peter Zacher
heraus. Es folgten zwischen 1982 und 2000 zahlreiche Veröffentlichungen, CDProduktionen,
Konzert- und Opernproduktionen, bei denen Asteris Kutulas und
Mikis Theodorakis zusammengearbeitet haben.
1997 veröffentlichte Kutulas in Griechenland das von ihm erarbeitete
Theodorakis Werkverzeichnis – das Standartwerk für jede Theodorakis-
Forschung.
2011 wurde in der ARTE-Reihe “Musica” das erste Musiker-Porträt von
Theodorakis gezeigt: “Mikis Theodorakis. Komponist”, ein Film von Asteris
Kutulas und Klaus Salge. Auf der Grundlage der drei Theodorakis-Opern
“Medea”, “Electra” und “Antigone” entsteht seit 2013 eine Musikfilm-Trilogie von
Asteris und Ina Kutulas. Bereits produziert ist der Film “Recycling Medea” (2014),
und die Dreharbeiten zum “Electra”-Film haben 2018 begonnen. Aktuell läuft
der Musikfilm “DANCE FIGHT LOVE DIE – Unterwegs mit Mikis Theodorakis” in
den Arthouse-Kinos im deutschsprachigen Raum. Er hatte im Herbst 2017 bei
den 51. Internationalen Hofer Filmtagen Premiere.
Kontakt
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